Archiv für Juni 2008

Future of Children

30.06.2008

Hier ein kurzer Hinweis auf einen sehr spannenden Podcast-Beitrag im “UChannel“, der im Rahmen einer Fachkonferenz an der Woodrow Wilson School der Princeton University entstanden ist. Titel der Konferenz war: Students and Electronic Media: Teaching in the Technological Age. Die Audio-Doku gliedert sich in vier Teile: 1. Neueste Forschungsergebnisse, 2. Key Note von Nancy Willard, 3. “Innovative Use” und 4. “Professional Development”. Konzipiert und organisiert wurde die Tagung zusammen mit dem Fachmagazin “Future of Children“, die auch die Ergebnisse dokumentiert.

Hab die ersten beiden Folgen bei einem Läufchen am Wochenende gehört und u.a. behalten, dass eine aktuelle Kinder/Jugend-Studie in den USA festgestellt hat, dass Kinder heutzutage mehr Zeit für die Medien- und Computernutzung aufbringen als für jede andere Einzelaktivität – ausser dem Schlafen! Ausserdem erhöhen Serious Games im schulischen Kontext offenbar v.a. die Bereitschaft und Offenheit, sich später in der Schule mit bestimmten Wissensgebieten auseinanderzusetzen… Also mal reinhören!

Big Br(M)other am Küchentisch

27.06.2008

Einem Urteil des Landgerichts München zufolge haften Eltern für Urheberrechtsvergehen ihrer Kinder im Internet. Im aktuellen Fall hatte eine 16-jährige 70 urheberrechtlich geschützte Bilder auf zwei Webportalen veröffentlicht. Die Eltern gaben im Verfahren an, die Internetaktivitäten ihrer Tochter nicht beurteilen zu können, da das Mädchen einen IT-Kurs in der Schule belegt habe und generell fitter im Netz sei, als die Erwachsenen der Familie. Hier die ganze Meldung

Dieses Urteil dürfte so manchen Eltern die Haare zu Berge stehen lassen: Müssen Eltern jetzt jede Mail, jede Chat-Nachricht, jedes Bild, jeden Song und jedes Video prüfen, das ihre Kinder ins Netz stellen oder herausziehen? Das würde ja Big Brother (oder besser: Mother) am Küchentisch bedeuten. Auf diese Art der Überwachung haben wohl wenige Eltern und noch weniger Kids Lust. (weiterlesen…)

Ältere Lehrer sind Web 1.0er

Befragungen von 186 Lehrerinnen und Lehrern aller Schultypen und -stufen des Instituts für Medien und Kompetenzforschung haben ergeben, dass viele ältere Lehrerinnen und Lehrer zwar über einen eigenen Computer verfügen, diesen aber im Wesentlichen für die Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien nutzen. Lediglich 20-30 % der Lehrer setzen den Computer auch direkt für Unterrichtszwecke ein und dies obwohl viele Schulen mittlerweile recht gut mit PCs ausgestattet sind, allen voran Gymnasien und Berufsschulen.

Bei jüngeren Lehrern ist die Bereitschaft stärker ausgeprägt, den Computer auch im Unterricht einzusetzen, weswegen sie bei vielen Schulleitern als die treibenden Kräfte bei der Einführung des Computers in die Unterrichtsgestaltung angesehen werden. Ein weiterer Unterschied zwischen den Jungen und Alten zeigt sich auch daran, dass jüngere Lehrer eher bereit sind, sich an der Lehrmittelerstellung im Internet zu beteiligen, während die älteren Lehrer vorgefertigte Materialien zum Download bevorzugen.

Ich kann den Ergebnissen der Studie aus eigener Erfahrung zustimmen. Das höchste der Gefühle war in meinem damaligen Schulunterreicht – der noch gar nicht so lange her ist – dass wir 5 Mal den Computerraum in der gesamten Schulzeit aufgesucht haben, um nach themenbezogenen Materialien zu googeln, diese auszudrucken und für Diskussionszwecke zu verwenden. (Ich muss dazu sagen, dass ich keinen Informatik Unterricht hatte.) Die Initiatoren waren zumeist junge Lehrer oder gar solche, die sich noch im Referendariat befanden. Ich hoffe, es werden schon bald sehr viel mehr junge Lehrer eingestellt, damit die neuen Kompetenzen der Digitalen Eingeborenen gefördert werden können. Vielleicht ist auch die nicht zeitgerechte Unterrichtsgestaltung ein Grund für das angebliche Versagen vieler Schülerinnen und Schüler.

(N)ONLINER Atlas 2008 – Internetnutzung in Deutschland

26.06.2008

Am Dienstag dieser Woche war es soweit: Die Ergebnisse des (N)ONLINER Atlas 2008 wurden offiziell bekannt gegeben.

Die Ergebnisse in aller Kürze:
- zwei Drittel der Deutschen sind online
- die Zahl der Internetnutzer in Deutschland ist um knapp 5 % gestiegen
- die Breitbandnutzung wird zum “Normalfall”
- Schüler sind zu 95 % online, Schüler mit abgeschlossenem Abitur und Studenten mit abgeschlossenem Studium zu je 97 %.

Zahlen, die uns bei scoyo natürlich begeistern und uns bestätigen, dass das Internet vor allem für Schüler eines der wichtigsten Medien ist.

Anschließend wurde auf einem hochkarätig und zugleich sympathisch besetzten Podium diskutiert, ob digitale Kompetenz den Bildungserfolg fördern kann.
Christian Füller (Redakteur bei der TAZ) warnt davor, Quantität mit Qualität der Internetnutzung bei Schülern gleichzusetzen. Die Eltern müssen sich gemeinsam mit ihren Kindern mit der Internet- und Mediennutzung befassen, erklärend zur Seite stehen und auch Regeln aufstellen. Martin Hüppe (Mitglied des D21 Gesamtvorstand und Geschäftsführer Cornelsen Verlag) sieht Computerspiele eindeutig als Kultur- und Bildungsgut der heutigen Zeit. Die digitalen Medien bieten – sinnstiftend eingesetzt – einen wichtigen Beitrag zur Bildung, sollten sogar in den Schulalltag einbezogen und dort inhaltlich reflektiert werden. Prof. Dr. Heidi Schelhowe (Universität Bremen) stellt heraus, dass vor allem Kindern die Simulation der virtuellen digitalen Welten und der Zusammenhang mit der realen Welt verständlich gemacht werden müsse. Das Vermitteln der “Medienkunde” solle aber nicht allein Aufgabe der Eltern sein, sondern auch Bestandteil von Schul- und Freizeitangeboten.
Dorothee Bär (MdB der CDU/CSU Bundestagsfraktion) meint, dass digitale Spiele nicht per se verteufelt werden dürfen. Auch wenn nicht alle Angebote den perfekten Mehrwert für Kinder und Jugendliche bieten, vermitteln sie digitale Kompetenz – was sich positiv auf den Bildungserfolg auswirken könne.
Abschließend bringt es Martin Hüppe auf den Punkt. Man müsse richtig investieren, um die Vermittlung digitaler Kompetenz an den Schulen anzustoßen – und um vor allem das deutsche Schulsystem der digitalen Zeit anzupassen. 

Eine spannende Diskussion, die zeigt, wie “heiß” das Thema ist. …und scoyo kann hier ohne Frage einen entscheidenden Beitrag leisten!

 

scoyo hat ein Gesicht

Gerade eben haben wir unsere Startseite live gestellt. Wir wollen damit wieder ein bisschen mehr von scoyo zeigen. Was ist die Mission von scoyo? Wie sehen unsere Bogglz aus? Was passiert gerade im Bereich Bildung? Steht alles auf der neuen Startseite.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und Blättern – und freuen uns auf Euer Feedback. Das nächste Update der Startseite ist bereits in Bearbeitung. Also sagt uns, was Euch gefällt, was Euch noch fehlt, was Ihr Euch wünscht. Und meldet Euch am besten gleich für unseren Beta-Test im Herbst an! Sobald wir mit dem Beta-Test starten könnt Ihr dann auch die Freunde der Bogglz kennenlernen und selbst die Lernabenteuer von scoyo testen.