Meine Antwort auf Sascha Lobo
23. September 2008 von RalfLieber Sascha, dies war nicht nur die längste Frage des gestrigen Abends, sondern auch sicherlich eine der wichtigsten. Deshalb will ich mich der Antwort hier nun ausführlicher widmen, als es mir im gestrigen Getümmel des netten Sommerfestes in Berlin möglich war.
Zunächst einmal ist – so glaube ich – allen klar, dass das in der Schulausbildung erworbene Wissen und die erworbenen Fähigkeiten auch künftig der wesentliche Grundstein bleiben werden, wenngleich sie nicht mehr die einzige für das gesamte Leben ausreichende Qualifikation darstellen. Lebenslanges Lernen, sich also während des gesamten Berufslebens ständig weiterzubilden, ist heute schon für viele Realität. Die bildungspolitische Diskussion dreht sich deshalb heute um neue Zielsetzungen: um selbst bestimmtes, selbst organisiertes Lernen, um spielerisches und kooperatives Lernen und um kommunikative Fähigkeiten.
Genau hier möchten wir mit scoyo einen Beitrag leisten. Geht es auf den ersten Blick um spielerisches Lernen und die Nachbereitung schulischer Inhalte, so dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass es gleichzeitig darum gehen muss, die notwendigen Kompetenzen für lebenslanges Lernen zu vermitteln.
Der Bildungsbereich ist deshalb durch die Informations- und Kommunikationsmedien in zweierlei Hinsicht herausgefordert: Er muss zum einen den jungen Menschen eine Medienbildung anbieten, vom kulturellen Verständnis der Medien über die Nutzung bis hin zur Mediengestaltung (und dies mit einem besonderen Fokus auf Online). Zum anderen muss er sich den neuen Medien als Werkzeug für neue Lehr- und Lernprozesse in der Aus- und Weiterbildung öffnen.
Bund und Länder haben bereits dem durch die neuen Medien bewirkten Strukturwandel im Bildungsbereich in den letzten Jahren Rechnung getragen und einen wichtigen Schub gegeben. Dies kann aber nur ein erster Schritt sein, denn der Fokus lag bisher vor allem auf Schaffung einer Infrastruktur und muss nun künftig stärker auf Inhalte gelegt werden – es reicht nicht, traditionelle Bildungsinhalte einfach online zu stellen. Man muss die Inhalte entsprechend neu aufbereiten und kreieren.
Und wenn Du – lieber Sascha – mich gestern auf dem Sommerfest des vorwärts-Verlages nach dem Bildungsstandort Deutschland fragst, dann gibt es (1.) genug Erkenntnisse und gute Ideen für notwendige Änderungen und (2.) hoffentlich den Willen, diese auch zeitnah umzusetzen.








23. September 2008 at 12:19
Gut!