Digitale Medien als Leitmedium im Bildungsprozess

10. Oktober 2008 von Ruth

Dr. Benjamin Jörissen (Magdeburg) hat den Brain.Floor eröffnet und spricht über die Erlebnisgesellschaft – ein Leben zwischen Gestaltung und Konsum, geprägt von Infotainment, Dokutainment und Edutainment.

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Dr. Benjamin Jörissen: “Digitale Ungerechtigkeit droht die Bildungskluft zu vergrößern.”

Bildungspotentiale, sagt Jörissen, zeigen sich in digitalen Spielen, im Web 2.0, und durch mobile Gadgets (Handys) als neuster Trend. Diese digitale Welt, sagt er, geht nahtlos in den Alltag hinein.

Computerspiele haben eine kulturelle Komplexität. Die Spielwelten sind sehr komplex, sie sind didaktisch, sie vermitteln die Fähigkeit, Regeln zu rekonstruieren, sie ermöglichen uns das Bewegen in fremden Welten.
Das Web2.0 erweckt unsere Alltagskreativität und ermöglicht es uns, uns zu artikulieren und dadurch selbst zu entdecken.
Das Handy dient als kulturelle Resource und dient dem aktiven Selbstausdruck.

Die digtitalen Medien werden zu Leitmedien im Bildungsprozess.

Bildungskonzepte in digitalen Welten bezeichnen wir als Medienbildung. Diese Medienbildung führt aber zu digitalen Ungerechtigkeiten. “Digital Natives” bewegen sich selbstverständlich in den digitalen Welten, zeigen aber unterschiedliche Nutzungsstile. Menschen mit einem niedrigen Bildungshintergrund benutzen die Medien als Konsumraum (nach dem “Müllschluckerprinzip”). Menschen mit hohem Bildungshintergrund benutzen die Medien dagegen als Präsentationsraum und Gestaltungsraum. Die Kluft bleibt also bestehen. Digitale Ungerechtigeit droht die Bildungskluft zu vertiefen.

Appell: Auch Digital Natives brauchen Unterstützung, nicht nur die Silver Surfer. 47% der Schüler (ab 10 Jahre) werden zu Hause beim Computer um Rat gefragt, erhalten von dort also keinen Rat mehr. Das Durchschnittsalter der Lehrer ist 48 Jahre. Auch hier sind die Ratgeber also in der Unterzahl. Hier ist politischer Handlungsbedarf, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssen zusammen digitale Bildungs- und Lernräume gestalten.

Damit ist die Diskussionsrunde eröffnet!

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2 Antworten zu “Digitale Medien als Leitmedium im Bildungsprozess”

  1. Social Learning Summit 08; Keynote: „Zukunft Bildung in der digitalen Erlebnisgesellschaft“ « gophi’s Versuch einer Methexis Sagt:

    [...] erste Keynote hält Benjamin Jörissen zu dem Thema: „Zukunft Bildung in der digitalen Erlebnisgesellschaft“. [...]

  2. Norbert Tholen Sagt:

    1. Wie misst man eine Vertiefung der Bildungskluft?
    2. Wieso sind die Ratgeber in der Unterzahl, wenn das Durchschnittsalter der Lehrer 48 Jahre ist?
    3. Digitale Medien sind enorm wichtig – Probleme der Nutzung liegen darin,
    a) dass viele Schüler bloß etwas abschreiben wollen,
    b) dass solides Arbeiten nicht durch Klicken und bunte mind-maps ersetzt werden kann,
    c) dass gute Suche im Netz Geduld sowie 50 und mehr Klicks, zudem eine Variation der Suchworte erfordert…
    summa summarum: Wer richtig arbeiten kann (und will), arbeitet mit den digitalen Medien besser.
    4. Zum Handy sei polemisch gesagt,
    a) dass Mütter besser mit ihrem Kind statt mit dem Handy sprächen,
    b) dass Autofahrer besser…
    c) dass Leute an der Kasse besser…
    Handy-Gebrauch muss derzeit fast als Krankheit angesehen werden.

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