SLS08-Videointerview: Dr. Ruth Betz – “Das Lehrerkind”
07. Oktober 2008 von SteffenIn meiner Schulzeit hatten es die so genannten “Lehrerkinder” eigentlich nie wirklich leicht – vor allem dann nicht, wenn Papa-Lehrerkind oder Mama-Lehrerkind auch noch an der gleichen Schule unterrichteten, zu der die “Lehrerkinder” gegangen sind. Lehrerkinder sind irgendwie etwas Besonderes und während diese Besonderheit aus Sicht der Nicht-Lehrerkinder-Kinder (lustiges Wort) eher etwas Negatives darstellte, sieht das im Falle von scoyo und Dr. Ruth Betz ganz anders aus. Denn Lehrerkinder helfen scoyo dabei, Schule, Lehrer, Eltern und vor allem die Schüler besser zu verstehen, wie Ruth im Interview verrät.
Ruth – allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ja bestens bekannt – war meine erste Gesprächspartnerin für die Videointerview-Reihe, die ich im Vorfeld des Social Learning Summit und des EduCamps am kommenden Wochenende in Berlin produziere. Im Interview hat Ruth mir erklärt, warum es gut ist, dass so viele Lehrerkinder bei scoyo arbeiten, wie scoyo den Eltern helfend zur Seite stehen will und wie aus ihrer Sicht Lernen in fünf Jahren funktioniert.
SLS08-Videointerview: Dr. Ruth Betz (scoyo) – Das Lehrerkind from Steffen Büffel [media-ocean] on Vimeo.
Wie stellen sich die Lehrerkinder und Nicht-Lehrerkinder-Kinder das Lernen in fünf Jahren vor? Antworten, Meinungen und weitere Beiträge im Zusammenhang mit dem Videointerview gerne in den Kommentaren. Ich freue mich über Feedback!
p.s. Das nächste Video geht am Donnerstag online. Dann ist der Geschäftsführer von scoyo, Dr. Ralf Schremper, mein Interviewpartner.
Tags: interview, lehrerkind, ruth-betz, sls08, social learning summit, video








07. Oktober 2008 at 18:45
Spannendes Interview! Wünsche Euch viel Erfolg
Viele Grüße vom “Lehrerkind” Susanne
07. Oktober 2008 at 19:46
Hallo zusammen,
ein interessantes Video!
Ein Aspekt beschäftigt mich: Brauchen wir wirklich ein Fach “Medienkompetenz”? Sollte Medienkompetenz nicht quer durch die Bank in allen Fächern vermittelt werden? Ich bin mir da selbst noch nicht schlüssig – in den Bundesländern wird das ja durchaus unterschiedlich gehandhabt (ITG als eigenes Fach oder in die Fächer integriert).
Aber vielleicht zum Vergleich: Eine ebenso wichtige Kompetenz ist die Sozialkompetenz. Brauchen wir deshalb ein Fach “Sozialkompetenz”, oder sollte nicht vielmehr diese Kompetenz in allen Fächern vermittelt werden (durch Gruppenarbeit, Projektarbeit u.ä.)
Viele Grüße,
Christian
08. Oktober 2008 at 11:03
Tolles Interview!
Liebste Grüße nach HH…
08. Oktober 2008 at 11:15
Medienkompetenz ist ja als Thema schon seit Jahren ziemlich durchgenudelt. Nichtsdestotrotz ist es die zentrale Stellschraube mit der wir Kindern in einer frühen Phase das Rüstzeug mit den auf den Weg geben können kritisch und reflektiert mit gerade den neuen Medien umzugehen. Der teils ja sehr “natürliche” und damit auch zunächst naive Umgang mit dem Web birgt Gefahren. Auf diese muss hingewiesen werden. Das Problem liegt meiner Ansicht nach aber darin, dass “wir” (= die Erwachsenen) noch nicht wirklich verstanden haben wie das Web, wie die Netzwerkmedien, Identitätsbildung, Gemeinschaft etc. dort funktionieren. Ob es ein eigenes Fach sein sollte oder eben als roter Faden durch alle/ viele Fächer durchgezogen wird stellt sich zwar, aber wieso nicht einfach die Aspekte zum Thema Medien in den Fächern behandeln, wo es jeweils passt. Der Physiklehrer erklärt wie der Fernseher funktioniert, der Geschichtslehrer geht auf die Rolle der Medien in der Geschichte ein, im Ethikunterricht werden die ethischen Fragen behandelt, in den Fremdsprachen der Vergleich zu anderen Ländern wenn es z.B. um Zeitungen oder Fernsehsendungen geht, im Informatikunterricht dann die Grundlagen des Webs etc. Fände ich wesentlich nacheliegender als ein Fach “Medienkompetenz” zu erfinden.
08. Oktober 2008 at 12:56
Ich poche nicht auf das eigene Fach. Wichtig ist mir nur, dass die Medienkompetenz vermittelt wird. Wir hören immer öfer von Lehrer, dass Wikipedia-Artikel unreflektiert im Schüleraufsatz übernommen werden. Es scheint unmöglich zu sein, dass die “Weisheit der Massen” irrt. Gleichzeitig nimmt die Achtung vor dem einzelnen Autorenbeitrag ab. Eine Information scheint gleichviel wert, egal ob sie nun anonym im Netz oder mit Autorennamen in einem Buch verbreitet wurde.
Wir müssen Schülern ein grundsätzliches Verständnis für die Informationsverarbeitung einimpfen. Das Netz ist schnell verfügbar, aber nicht immer verlässlich. Wikipedia ist mit Interessen verknüpft und entält nicht immer objektive Aussagen. Der Absender ist immer noch höchst relevant, auch wenn die Massen sprechen, etc.
Insofern hast Du natürlich Recht mit Deinem Einwand, dass Medienkompetenz allgegenwärtig vermittelt werden sollte, nicht unbedingt als eigenes Fach. Ich bin da pragmatisch: Hauptsache, sie wird vermittelt.
08. Oktober 2008 at 13:48
Interessant finde ich das Nachdenken über den Wandel des Lernens an sich. Ich kann mich noch erinnern, dass ich in der Pause für die Stunde danach, meine Hausaufgaben schnell vorbereitet hatte, weil ich zu Hause wohl zu „abgelenkt“ war.
Ich hatte das Glück das „richtige“ Buch in die Hand zu nehmen, um daraus genau die Informationen und noch etwas mehr abzuschreiben, die die Lehrerin wissen wollte.
Noch heute gestaltet sich dieser Prozess ähnlich. Ein wesentlicher Unterschied ist dennoch vorhanden. Digitale Informationen aus dem Web sind von der Lehrerseite sehr schnell nachprüfbar, Informationen aus einem Buch können heute hingegen immer noch schwer überprüft werden.
Vielleicht ist dies in 5 Jahren anders. Die Informationen eines Buches sind digital auffindbar und mit den Hausaufgaben des Schülers vergleichbar. Der Anspruch an den Schüler und dessen Hausaufgaben werden sich letztendlich wohl wandeln, es sei denn, der Sinn besteht nur im „abschreiben“, dann ist es letztendlich aber auch egal, ob aus dem „Netz“ oder dem Buch abgeschrieben wird.
liebe Grüße
Jana
08. Oktober 2008 at 15:12
Das ist mir neu, Jana. Heißt das, es ist für den Lehrer leichter, Abschreiben aus dem Netz zu überprüfen als Abschreiben aus Büchern? Machen die Schüler denn wirklich nur copy-paste, so dass der Schwindel natürlich schnell auffliegt? Ich hätte erwartet, dass Abschreiben aus dem Standardbuch wesentlich schneller auffällt, als ein veränderter Text aus dem Netz.
Generell ist es ja jetzt schon so, dass Bücher auch immer öfter digital auffindbar werden. Die Google-Booksearch scannt ja Bücher in großem Umfang ein. Ich denke, das ist eine erfreuliche Entwicklung. Ich habe vor ein paar Jahren man an einer Bibliotheken-Konferenz teilgenommen und habe das hässliche Wort “Papierfraß” kennengelernt. Wenn wir nicht aufpassen, wird die nächste Generation statt Bücherwissen nur noch vergilbte, zerfressene Bücherseiten vorfinden (http://www.rp-online.de/public/article/wissen/technik/18129/Millionen-Buecher-in-Not.html). Also gilt wieder: Digital gerne, aber der Umgang damit will gelernt sein.
08. Oktober 2008 at 18:36
Moin,
zu den “Plagiatssuchmaschinen” gibt’s eine nette Erlebniserzählung auf Spiegel Online. Bevor ich mich selbst des Plagiats schuldig mache hier einfach der Link: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,221507,00.html
schöne Grüße
Chris
08. Oktober 2008 at 19:53
Ruth, aus Standardwerken fällt ein mögliches nicht gefördertes Abschreiben sicherlich schnell auf. Allerdings gibt es auch zu jedem Thema unzählige (die Menge ist schon begrenzt
) Bücher und nicht alle können von einem Lehrer überprüft werden. In ein paar Jahren ist das sicherlich anders, wie man an dem Beispiel „Google-Booksearch“ deutlich mitverfolgen kann.