Die didaktische Idee hinter scoyo…
06. November 2008 von UlrichSeit dem Start der Open Beta von scoyo kommen hier – und genau so soll es ja sein! – eine ganze Reihe von Anregungen und Fragen an. Darunter natürlich auch Fragen zur didaktischen Idee. Deswegen möchte ich gerne einmal ein paar Sätze dazu sagen:
scoyo liegt ein Konzept zugrunde, das den nahezu kompletten Schulstoff der Fächer Mathe, Deutsch, Physik, Chemie und Biologie (1 bis 7. Klasse) in unterschiedliche multimediale Themen- und Storywelten einbettet (für die Fächer Englisch und Kunst gibt es ein etwas anderes Konzept).
Nehmen wir z.B. Mathe: Hier wurde der gesamte Lernstoff für die Klassen 5 bis 7 in etwa 60 Lernsequenzen eingeteilt, die sich aus mehreren separaten Lernmodulen zusammensetzen. Die Lernsequenz „Dezimalzahlen“ enthält beispielsweise 9 verschiedene – thematisch zusammengehörige – Einzelmodule, die jeweils in etwa 15 Minuten bearbeitet werden können. In diesen Modulen können die Kinder dann u.a. Dezimalzahlen ordnen, Brüche in Dezimalzahlen umwandeln, Dezimalzahlen runden oder Größen und Maße in Dezimalzahlen umwandeln. Selbstverständlich kann jedes dieser Module auch einzeln abgerufen und bearbeitet werden. Daneben gibt es eine Vielzahl von Übungsaufgaben und Tests mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, die die Kinder nach Lust und Laune zusätzlich durcharbeiten können…
Und damit es nicht langweilig wird, spielen allein diese 60 Mathe-Lernsequenzen in neun verschiedenen Themenwelten – von den Piraten bis zur Rock-Band – mit vielen verschiedenen Figuren, Animationsstilen und Geschichten.
Die Kinder finden hier also genau die Lerninhalte, die sie auch aus dem Unterricht kennen oder dort noch kennenlernen werden. Aber sie “erleben” sie in völlig neuen Formen und “Formaten”. Sie können ihren eigenen Interessen folgen und sich spielerisch-probierend genau damit befassen, wo sie einen besonderen Bedarf haben. Die pädagogischen Begriffe für diesen Ansatz lauten „Problemorientiertes“ und „Selbstgesteuertes Lernen“, oder auch „Game- und Storybased Learning“.
Gemeinsam mit Lehrern und Experten für die Schulfächer haben wir versucht, diese Konzepte in ein lebendiges, buntes und kindgerechtes Medienangebot umzusetzen. Selbstverständlich haben wir die Prototypen dann auch in Nutzerstudien getestet und festgestellt, dass die Kinder das nicht nur sehr cool finden, sondern auch motiviert werden, sich mit den Unterrichtsinhalten intensiver zu beschäftigen.
Dass dieser spielerisch-mediale Ansatz nicht auf Kosten der Qualität des Lerninhalts gehen darf, versteht sich von selbst. Dafür haben wir ein sehr aufwändiges Verfahren der Qualitätssicherung eingeführt, an dem ein großes Team von Lehrern und Fachdidaktikern aus Schulbuchverlagen den gesamten scoyo-Lern-Content auf Herz und Nieren durchcheckt – und ggf. zur Überarbeitung an die Entwickler zurückweist.
Wir wissen inzwischen: Es braucht nicht immer 3D- oder Multiplayer-Games, um kindliche Fantasie und Faszination zu wecken. Doch eines ist klar: Kinder lernen nicht nur in der Schule, sondern auch im Internet gerne gemeinsam und sie mögen es auch, in den Wettbewerb miteinander zu treten. Anderen die eigenen Lernerfahrungen und Ergebnisse zu präsentieren, wirkt motivierend und erhöht den eigenen Lernerfolg. Deshalb arbeiten wir daran, Lern-und Bildungsprozesse künftig auch verstärkt in der virtuellen Gemeinschaft zu ermöglichen. Die Konturen dieses „sozialen” oder “kollaborativen Lernens“ werden in den kommenden Monaten bei scoyo immer deutlicher hervortreten. Und ich bin sehr gespannt, welche unserer vielen Ideen dazu am Ende tatsächlich “funktioniert”.







