Expertentipps

Schlechte Noten – was nun?

Tipps von Prof. Dr. Elke Wild

Prof. Dr. Elke Wild

Tipp 1: Lassen Sie Ihre Kinder zu Wort kommen

Manche Eltern mögen über das Zeugnis Ihres Kindes geschockt sein. In diesem Fall sollte nicht das Kind mit Vorwürfen überschüttet, sondern darüber nachgedacht werden, warum man die Lernschwierigkeiten des Sohnes oder der Tochter nicht kannte oder unterschätzt hat. Um ein genaueres Bild zu bekommen, lassen Sie zunächst Ihr Kind zu Wort kommen: Je mehr es das Gefühl hat, dass nicht über seinen / ihren Kopf hinweg geredet und entschieden wird, umso eher wird es Entscheidungen akzeptieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Lernleistungen mittragen. Streitereien, Schuldzuschreibungen oder harte Bestrafungen können dagegen das eigentliche Ziel der Eltern, die Ursachen des Problems zu verstehen und zu beheben, vereiteln: Kinder, die sich unverstanden und in die Defensive gedrängt fühlen, werden keine ehrlichen Auskünfte geben und auf Konfrontationskurs gehen.

Tipp 2: Nutzen Sie das Zeugnis als Anlass, über die Einschätzung der momentanen Lage nachzudenken

In vielen Familien birgt das Zeugnis keine Überraschungen, sondern bestätigt eher die zuvor gehegten Befürchtungen oder Einschätzungen der Eltern “schwarz auf weiß”. Im ersten Moment mag dies ernüchternd oder frustrierend sein.

In vielen Familien birgt das Zeugnis keine Über- raschungen, sondern bestätigt eher die zuvor gehegten Befürchtungen oder Einschätzungen der Eltern “schwarz auf weiß”

Doch genau in dieser Rückmeldefunktion von Zensuren liegt deren Wert begründet: Sie schaffen für Schüler und Eltern Klarheit über die Beurteilung der kindlichen Stärken und Schwächen aus Sicht der zuständigen Lehrkräfte und bieten die Chance, die eigenen Positionen selbstkritisch zu hinterfragen. Hat man die Talente des eigenen Kindes vielleicht über- oder auch unterschätzt? Wurden die Ursachen für das kindliche Desinteresse oder die Schulunlust richtig erkannt? Haben sich die bisherigen Strategien im Umgang mit Lern-, Disziplin- oder Verhaltensproblemen des Kindes bewährt? Daher mein Rat an Eltern: nutzen sie das Zeugnis (auch) als Anlass, über die eigene Einschätzung der momentanen Lage, ihrer Ursachen und aussichtsreicher Lösungsstrategien nachzudenken.

Tipp 3: Tauschen Sie sich mit den Lehrkräften aus

Eltern lieben ihr Kind, wollen sein Bestes und engagieren sich für ein erfolgreiches Durchlaufen der Schulzeit. Dies ist der Regelfall und das ist auch gut so. Gerade angesichts von Leistungsproblemen ist es daher wichtig, dass sie die Schule und Lehrkräfte nicht als “widerstreitende Kräfte in eigener Sache” wahrnehmen, sondern sich um eine  “Erziehungspartnerschaft” zum Wohle des Kindes zu bemühen. Eine “ungenügende” Leistung entsteht nicht über Nacht, sondern ist das Resultat lang anhaltender und sich über die Zeit verschärfender Probleme. Daher schafft auch ein offener und fortlaufender Austausch zwischen Eltern und Lehrkräften die Basis dafür, dass Lernschwierigkeiten frühzeitig erkannt und durch aufeinander abgestimmte, langfristig angelegte Unterstützungsmaßnahmen “an ihren Wurzeln” angegangen werden.

Tipp 4: Gehen Sie auf Signale des Kindes ein, vermitteln Sie Zuneigung und Verständnis

Kinder lieben ihre Eltern, wollen sie beeindrucken und nehmen sie selbst im Jugendalter – allen demonstrativen Abgrenzungsbemühungen zum Trotz – als Bezugspersonen wahr, deren Urteil wichtig ist. Auch dies ist der Regelfall und er stellt Eltern vor die Verantwortung, einen schwierigen Balanceakt zu bewerkstelligen. Auf der einen Seite gilt es, Heranwachsende in ihrer eigenen Enttäuschung über verfehlte Leistungsansprüche, in ihrem verletzten Stolz, ihrem angeschlagenen Selbstbild oder sogar ihrer Angst  zu begleiten. Hier sind Verständnis und Einfühlungsbereitschaft gefragt, aber keine Überfürsorglichkeit und Verleugnung von Ansprüchen. Denn: die Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben gelingt nur, wenn Kinder und Jugendliche mit angemessenen Erwartungen konfrontiert werden, Selbstständigkeit und Selbstverantwortung zuerkannt und abverlangt wird und sie sich realen Anforderungen stellen müssen und können. Was daraus folgt? Eine schlichte, wenn auch im “bunten Wahnsinn des Alltags” sicher nicht immer leicht umzusetzende Schlussfolgerung: Gehen Sie auf die “Signale” ihres Kindes ein und vermitteln ihm / ihr ihre Zuneigung und Unterstützung, aber bieten sie auch Struktur, indem sie begründete Erwartungen, Standards und Regeln klar formulieren und deren Durchsetzung konsequent verfolgen.

Prof. Dr. Elke Wild

Dr. Elke Wild ist Professorin für Pädagogische Psychologie der Universität Bielefeld und Leiterin der Pädagogisch-Psychologischen Beratungsstelle. Von 2003-2005 war sie Sprecherin der Fachgruppe Pädagogische Psychologie, von Oktober 2004 bis September 2008 Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und von Oktober 2003 bis März 2006 Prorektorin für Organisationsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing der Universität Bielefeld.

7 Kommentare

  1. Marina sagt:

    Hallo,

    ich finde es immer schrecklich, wenn die Eltern ihre Kinder nur nach den Noten beurteilen.
    Es ist teilweise so, dass die Eltern vergessen ihre Kinder bei super Noten zu loben. Dafür ist der Streit vorprogrammiet, wenn das Kind eine schlechte Note nach Hause bringt.
    Zudem sollte man als Elternteil auch verstehen bzw. beobachten wo die Stärken und Schwächen liegen und das Kind motivieren vielleicht auch in den schlechten Fächern so gut zu sein wie in den guten.
    Man muss dem Kind aufzeigen, dass das Gefühl gute Noten zu schreiben was tolles ist und aus diesem die Motivation ziehen.

    Lg
    Marina

  2. kol sagt:

    hallo ich komme in der dritten klasse und finde es schlecht das mann schlechte noten bekommt so wie bei mir bei mathe bin ich am schlechtesten deswegen will ich mich bei mathe verbessern

    liebe gruese kol

    • Noname sagt:

      Damit haben aber die schlechten Noten ihren Sinn erfüllt. Sie sollen schließlich keine Strafe für eine schlechte Leistung sein, sondern Motivation zur Verbesserung geben.

  3. DD24 sagt:

    Ich habe immer gute Noten immer schreibe ich 1/2 und das finde ich gut!!” Wer immer schlechte Noten hat Hier ein Tipp: einfach viel lesen viel ÜBENN !!!!! :V

    • DD24 sagt:

      Jaa das ist halt soo ich bin gerade in der 4 klasse und da muss man sich schön anstrengen weil,wenn man schlechte noten schreibt ist es sehr schwierig dann muss man einfach alles verbesssern und die Eltern sollten ihren kindern helfen anstand denen Hausarrest zu geben !! :)

      • milli3 sagt:

        du hast recht das ist bei mir auch so und ich bin in der 6. klasse auf der raelschule da muss mann vie lernen

  4. lol2558455845 sagt:

    Ich bin in der 6. Klasse eines Gymnasiums auf meinem Zeugnis stand: Versetzung gefährdet.
    Jedoch hab ich einen Notendurchschitt von 3,2
    ist der Durchschnitt schlecht oder gut ???

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