Jugendschutz
Sicher unterwegs im Internet (Teil 2): Jugendschutz
Im Internet sind gefährliche und jugendgefährdende Inhalte meist nur wenige Mausklicks entfernt. Eltern sollten daher immer ein wachsames Auge offen halten, wenn Ihre Kinder im Internet unterwegs sind. Das kann anstrengend und frustrierend sein, zumal die Kids es meist gar nicht mögen, wenn ihnen die Eltern beim Surfen im Internet über die Schulter schauen. Ein Ausweg aus dem Dilemma: Beherzigen Sie folgende Tipps, damit beim Surfvergnügen im Internet nichts schief geht.
1. Installieren Sie eine Filtersoftware
Filtersoftware blockiert Websites, die als ungeeigent für die eingestellte Altersstufe eingeschätzt werden. Die Einschätzung kann auf Grundlage von redaktionell geprüften Whitelists (Positivlisten), Blacklists (Negativlisten), der Selbsteinschätzung von Webseitenbetreibern oder von Schlüsselwörtern erfolgen.
Die bekannteste Whitelist-basierte Filtersoftware ist die Suchmaschine „FragFINN“ und die fragFinn-Kinderschutzsoftware (KSS). Auf die sog. Whitelist, die mittlerweile rund 10.000 Einträge zählt, werden ausschließlich Websites aufgenommen, die von Medienpädagogen redaktionell geprüft und für kindgerecht (bis 12 Jahre) befunden wurden. Damit bildet frag-FINN einen sicheren Surfraum, in dem sich Kinder frei bewegen können und es doch ausgeschlossen werden kann, dass sie dabei auf Inhalte stoßen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.
Größere Spielräume lassen Filterprogramme, die auf Blacklists basieren. Das sind Listen mit jugendgefährdenden und ggf. sogar strafrechtlich bedenklichen Websites. Nutzer mit solchen Filterprogrammen können sich frei im Internet bewegen. Stoßen sie beim Surfen allerdings auf eine Internetseite, die auf einer Blacklist vermerkt ist, verhindert das Filter- programm den Seitenaufbau. In Deutschland pflegt die Bundesprüfstelle für jugendgefähr- dende Medien (BPjM) die umfangreichste Liste mit jugendgefährdenden Internetseiten. Websites, die auf dem Index der BPjM stehen, werden von zahlreichen Jugendschutz-Filterprogrammen erfasst und aufgrund einer freiwilligen Selbstverpflichtung aus dem Index der großen Suchmaschinen (Google, Yahoo und Bing) gelöscht.
Die meisten großen Filterprogramme, wie z.B. Surf-Sitter, Dolphin Secure, Telekom- Kinderschutzsoftware und JusProg setzen auf einen integrierten Ansatz, der unterschied- liche Filtermechanismen miteinander verknüpft. Vor Kurzem sind zwei der eben genannten Filterprogramme von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), die zentrale Jugendschutzinstanz für das Internet, ausgezeichnet worden. Sowohl JusProg als auch das Jugendschutzprogramm der Telekom entsprechen nach offiziellen Angaben technisch den strengen Kriterien des Jugendmedienstaatsvertrags und werden voraussichtlich in naher Zukunft offiziell anerkannt (zum Presseartikel).
2. Legen Sie klare Spielregeln für das Surfen im Internet fest
Treffen Sie Vereinbarungen mit Ihren Kindern, wie lange und wo sie im Internet surfen und mit wem sie chatten dürfen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind ausreichend andere Freizeitangebote wahrnimmt.
Einen guten Leitfaden für Eltern und Kinder stellen die Netzregeln des Bundesfamilien- ministeriums dar (Netzregeln als PDF).
3. Hinschauen und am Ball bleiben
Das Internet entwickelt sich rasant schnell. Morgen können bereits Dienste und Anwendungen aktuell sein, von denen wir heute noch nichts ahnen. Seien Sie Ihren Kindern am besten immer einen Schritt voraus, um sie über Risiken und Gefahren rechtzeitig aufklären zu können. Auf den Seiten jugendschutz.net, klicksafe.de finden Sie kompetente Hilfe und Materialien, um sich über Themen rund ums Netz auf dem Laufenden zu halten. Eine gute Grundlage bildet die Broschüre Internetkompetenz für Eltern, die in Kooperation von der EU-Initiative klicksafe, Internet ABC und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen im September diesen Jahres herausgegeben wurde (Broschüre als PDF).
Helfen Sie Ihren Kindern, sich im Netz zurechtzufinden. Führen Sie Ihre Kinder an wertvolle Kinderseiten im Netz heran. Eine Liste mit sinnvollen Internetangeboten für Kinder finden Sie in der Broschüre „Ein Netz für Kinder“, herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Broschüre als PDF). Der Verein Schulen ans Netz e. V. beitreibt die umfangreiche Online-Datenbank „Websites für Kinder” mit ausführlichen Beschreibungen und medienpädagogische Bewertungen (hier geht’s zur Datenbank). Eine kleine Auswahl wertvoller Kinderseiten finden Sie hier:
Suchen & Finden
www.klick-tipps.net – wöchentlich aktualisierte Sammlung empfehlenswerter Kinderseiten.
www.blindekuh.de – aus Bundesmitteln geförderte Suchmaschine für Kinder.
www.fragfinn.de – Suchmaschine mit medienpädagogisch geprüften Onlineinhalten.
Chatten
www.seitenstark.de – moderierter Chat, bei dem jeder Beitrag vor Freigabe geprüft wird.
www.kindernetz.de – moderierter wöchentlich stattfindender Themenchat
Filme & Fernsehen
www.tivi.de – Kinder- und Jugendprogramm des ZDF
www.toggo.de – Kinderseite von SuperRTL mit Spielen und Videos

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