Ältere Lehrer sind Web 1.0er
27.06.2008Befragungen von 186 Lehrerinnen und Lehrern aller Schultypen und -stufen des Instituts für Medien und Kompetenzforschung haben ergeben, dass viele ältere Lehrerinnen und Lehrer zwar über einen eigenen Computer verfügen, diesen aber im Wesentlichen für die Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien nutzen. Lediglich 20-30 % der Lehrer setzen den Computer auch direkt für Unterrichtszwecke ein und dies obwohl viele Schulen mittlerweile recht gut mit PCs ausgestattet sind, allen voran Gymnasien und Berufsschulen.
Bei jüngeren Lehrern ist die Bereitschaft stärker ausgeprägt, den Computer auch im Unterricht einzusetzen, weswegen sie bei vielen Schulleitern als die treibenden Kräfte bei der Einführung des Computers in die Unterrichtsgestaltung angesehen werden. Ein weiterer Unterschied zwischen den Jungen und Alten zeigt sich auch daran, dass jüngere Lehrer eher bereit sind, sich an der Lehrmittelerstellung im Internet zu beteiligen, während die älteren Lehrer vorgefertigte Materialien zum Download bevorzugen.
Ich kann den Ergebnissen der Studie aus eigener Erfahrung zustimmen. Das höchste der Gefühle war in meinem damaligen Schulunterreicht – der noch gar nicht so lange her ist – dass wir 5 Mal den Computerraum in der gesamten Schulzeit aufgesucht haben, um nach themenbezogenen Materialien zu googeln, diese auszudrucken und für Diskussionszwecke zu verwenden. (Ich muss dazu sagen, dass ich keinen Informatik Unterricht hatte.) Die Initiatoren waren zumeist junge Lehrer oder gar solche, die sich noch im Referendariat befanden. Ich hoffe, es werden schon bald sehr viel mehr junge Lehrer eingestellt, damit die neuen Kompetenzen der Digitalen Eingeborenen gefördert werden können. Vielleicht ist auch die nicht zeitgerechte Unterrichtsgestaltung ein Grund für das angebliche Versagen vieler Schülerinnen und Schüler.






