Mein Leben als Pirat – Schwitzen für scoyo beim HSH Nordbank Run 2009
18.06.2009Der Blick in meinen Kalender brachte Erschreckendes zum Vorschein: “Der HSH Nordbank Run ist ja schon übermorgen und ich habe noch nicht trainiert und ich darf ja im Kostüm(!) laufen. Positiv denkend: Ich fahre jeden Tag zwei Mal eine halbe Stunde Fahrrad, da sollten die vier Kilometer mit links zu schaffen sein!
Der Samstag kam, ich hatte mir das Piraten-Kostüm in einen Rucksack gesteckt (dicker Plüschkopf, Umhang, Schulterpolster, Gehrock, Gürtel plus speziell für den Anlass erworbenem Degen) und los ging‘s zum Hafen – mit dem Rad, denn da war die Wahrscheinlichkeit hoch, einen guten Parkplatz zu bekommen bzw. nicht von Touristenhorden in der U-Bahn die oben aus dem Rucksack herausragende Feder abgeknickt zu bekommen.
Beim U-Bahnhof Bauwall warteten Menschentrauben auf andere Menschentrauben. Alle sportlich hochmotiviert und einige auch schon im Sportlerdress. Das scoyo-Team auch in bester Laune!
Der Spaziergang zum Startplatz – fast wie im Kindergarten hintereinander weg Hand in Hand – quer durch die Hafencity zum Containerterminal, äh nein, dem Cruiseterminal aus den lustigen blaugrünen Containern, wo auch schon die Queen Mary anlegte.
Hier wurde es dann Ernst. Das Outing! Nein, ich laufe nicht als 19454-ster Teilnehmer im adretten Sportlerdress, sondern als PIRAT! Und das da neben mir ist Jan, der läuft als WASCHBÄR! Und nein, wir sind nicht die Schöne und das Biest! Wir sind von scoyo und wir machen uns heute zum Affen – genau!
Die Szenen in der Umkleide waren entsprechend großartig – staunende Blicke von allen Seiten. Wir aber gaaaaaaaanz cooooooool, als wäre es unsere Normalbekleidung. Härter war nur noch Christoph – er zog das Hugo-Kostüm draußen an. Vor den Augen aller. Respekt. Corinna unsere Prinzessin bzw. Fee war auch schon in bester Verfassung. Dann war das Team komplett! Boaah sahen wir gut aus! Die Fotos beweisen es.
Erst ein paar Starfotos mit Kindern, Aufstellen zum offiziellen Starterfoto (ein Klick und schwupp fertig) und dann endlich der Gang zur Startlinie! Hüpfender Kuma, tanzender Hugo, degenschwingender Pirat, (be)zaubernde Prinzessin.
Vor uns startete das Blockhouse-Team – auch mit Verkleidung (Kartoffel, Kuh, Baguette), die aber nach 106,8 Metern aber schon wieder ausstiegen – langweilig.
Doch dann kamen die scoyo Allstars!
Mit dem Hupen der Queen Mary 2 ging‘s los. Flotten Schrittes auf die Route durch die Großbaustelle Hafencity. Viel Publikum war da nicht, aber das war auch egal, da die Strecke größtenteils aus einem Hin- und-Her bestand, d.h. man begegnete anderen Läufern und jubelte sich gegenseitig zu – Degen-, Zauberstab- und Waschbärschwanzschwingend. Die Laune war großartig. Der kühle Hamburger Wind sorgte für ein halbwegs erträgliches Klima unter der Verkleidung. Ich hatte den Vorteil, dass ich zumindest beinfrei laufen konnte – Hugo und Kuma waren da etwas schlechter dran. Aber alle bekundeten “Mir gehts gut!”, und so war nach etwa zwei Kilometern das Zwischenfoto bei einem kommerziellen Radiosender unserer Stadt ein Grinsen auf allen Gesichtern zu sehen (wenn nicht hinter Plüsch versteckt). Weiter ging‘s an Klippen entlang (ja, man sieht durch das Visier der Maske schlecht), über Brücken, an Verkehrshütchen vorbei weiter gen Ziel. Hier und da ein kleiner Schluck aus der Rum-Buddel (Als Pirat ist jeder Gänsewein=Rum) und ein Griff zum Handtuch.
Kinder jubelten begeistert und so waren wir flux auf der Zielgraden. Auf den letzten Metern gelang es mir die Spitzenposition des Abteilungsleiter Content zu kapern (sorry Christian) und als erster die Ziellinie zu durchbrechen.
Puh!
Masken runter, Wasser, Bananen.
Konsens: Spaß pur, Anstrengung geringer als erwartet (danke Wind!) und ein Team, dass echt cool ist: Wer hätte gedacht, dass wir a) alle zusammenbleiben, b) ohne Pause durchlaufen und c) ohne Ausfälle zusammenbleiben. Keiner.
Daher ein Bravo an alle – egal ob mit oder ohne Kostümierung!
Ich danke hier noch mal Christina für das tapfere Tragen der Wasser …äh Rum-Flasche!
Für das nächste Mal üben wir dann noch mal das Singen s-c-o-ypsilon-o auf Befehl des Sir Captain Henry (also mir), damit wir unsere Werbebotschaft noch eindrucksvoller in die Hafencity tragen können.
















